FÜR MEHR MENSCHLICHKEIT
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2017-2020

Augen und Herzen geöffnet

Bildungsreise wirbt für Toleranz

Eine Begnung mit den Verbrechen der NS-Zeit kann uns aufzeigen, wohin Antisemitismus führen kann. Das Feedback der Teilnehmer:

Mitbürgern, Schülern und Geflüchteten unsere Geschichte näher zu bringen, bedeutet sie mit unseren Werten in der Bundesrepublik Deutschland vertraut zu machen. Schließlich tragen unsere Werte zum friedlichen Zusammenleben unserer pluralistischen Zivilgesellschaft bei. Das war nicht immer so. Es ist eine große Herausforderung und wichtige Aufgabe geflüchteten Neubürgern und Schulklassen, der nächsten Generation diesen Teil unserer deutschen Geschichte nahe zu bringen. Mordkas Führungen sind zudem ein Beitrag zur Schärfung unseres Bewusstseins für Antisemitismus, Vorurteile und Diskriminierung innerhalb unserer gesellschaftlichen Mitte. Insbesondere Flüchtlinge, die selbst vor Terror und Gewalt geflüchtet sind, können bei dieser Gelegenheit, weiter Empathie für das Schicksal der jüdischen Bevölkerung während der Nazizeit entwickeln und empfinden. Seine Führungen erzählen u.a. über die Pogromnacht, Widerstand, Konzentrationslager und die „Endlösung“. Dabei erinnert er einfühlsam an die Opfer und würdigt sie. Den Teilnehmern der Bildungsreise wird veranschaulicht, welches Leid entsteht, wenn wir Menschen ihre Menschenrechte und Menschenwürde absprechen. An der Bildungsreise kann jede/r teilnehmen.

                                                                                                                                      Fotos © by D.Luksic, S.Albrecht & J.Leitenstorfer

An historischen Orten wird aus Lebensberichten von Holocaust-Überlebenden zitiert und vorgetragen. Dabei wird auf historische Ereignisse wie den Hitlerputsch 1923, die Reichspogromnacht 1938 und Fragen eingegangen. Wie kommt es, dass die ersten Kapitel des Rassenwahns in Landsberg niedergeschrieben wurden? Wie konnte ein Manuskript zur theoretischen Grundlage für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden. Zeilen, die die unsäglichen Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung initiierten, schließlich in den 2.Weltkrieg mündeten. Der wiederum symbolisch ausgerechnet hier in Landsberg am Lech, buchstäblich mit der Hinrichtung von 258 NS-Kriegsverbrechern endete. Wie wurden wir durch eine vorbildliche Erinnerungskultur unserer historischen Verantwortung bewusst und warum ist diese das Rückgrat unserer Staatsräson? Die Reiseroute verläuft über den Landsberger Bahnhof zum KZ-Friedhof Utting, KZ-Friedhof Igling, KZ-Friedhof Hurlach zur Gedenkstätte “Umschlagplatz” am Bahnhof Kaufering. Anschließend zur weltgrößten Ruhestätte für NS-Kriegsverbrecher (Spöttinger Friedhof) und neben dran die JVA Landsberg, dass ehemals das „Nationale Heiligtum Die Hitlerzelle“ beherbergte und das als War Criminal Prison Nr.1 weltweit Beachtung fand. Schließlich geht es in die Saalburgstraße, in der nach der bedingungslosen Kapitulation, eines der größten „Displaced Persons Camp“ im Nachkriegsdeutschland entstand. Mittlerweile finden Mordkas Bildungsreisen für Toleranz nicht nur in Landsberg am Lech statt, sondern auch in München und Nürnberg.

20.Januar 2020

Aufklärungsarbeit

Der internationale Jude. Ein antisemitisches Buch in 4 Bänden. von Henty Ford, 1920 

Antisemitismus erscheint gelegentlich ganz subtil. Manchmal ist es schlicht nur Unwissen. In diesem Beispiel, wurde im bayerischen Kommunalwahlkampf 2020 ein weltbekannter Antisemit zitiert. Dass heute im Jahre 2020 Kommunalpolitiker in der ehemaligen „Stadt der Jugend“ Henry Ford zitieren, der nachweislich den Reichsjugendführer von Schirach inspirierte, der gar von Adolf Hitler in seinem Buch „Mein Kampf“ (1.Auflage) als einziger „ehrlicher“ Amerikaner zitiert wurde, ließ Mordka nur noch schaudern.

Zu achtlos im Wahlkampf - Heftige Kritik

Warum muss man ausgerechnet einen Geschäftsmann und eingefleischten Antisemiten zitieren, der 1938 bis 1942 die Wehrmacht mit über 100.000 LKWs, zum Teil per Eillieferung kurz vor ihrem Einmarsch in die Tschechoslowakei und Polen, belieferte? Ihn als visionären Unternehmer zu huldigen, verhöhnt die Opfer. Millionen Menschen, die die Shoah nicht überlebten und deren Angehörige.

 

Nachdem Mordka zur Aufklärung beigetragen hatte, wurde diese Wahlkampf-Broschüre nicht mehr gesehen bzw. aus dem Verkehr gezogen.

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© Jehoshua Raffael Sonnenschein